Das Geheimnis der nichtalkoholischen Lebererkrankung aufdecken

Das Geheimnis hinter der Bedrohung durch nichtalkoholische Lebererkrankungen aufdecken

Die nichtalkoholische Fettleber ist die häufigste Lebererkrankung weltweit und kommt bei etwa 25 Prozent der Weltbevölkerung vor. Über 90 Prozent der Fettleibigen, 60 Prozent der Diabetiker und bis zu 20 Prozent der Normalgewichtigen entwickeln es. Ein wichtiges Merkmal der Erkrankung ist die Ansammlung von Fett in der Leber. Eine Leber kann fett bleiben, ohne die normale Funktion zu stören; Fettansammlungen können jedoch zu einer sogenannten nicht-alkoholischen Steatohepatitis fortschreiten – einer aggressiven Form der nicht-alkoholischen Fettlebererkrankung in Verbindung mit Entzündungen und manchmal auch Fibrose. Nichtalkoholische Steatohepatitis kann zu weiteren Komplikationen wie Leberzirrhose, primärem Leberkrebs und schließlich zum Tod führen.

Leberfibrose ist ein starker Prädiktor für die Langzeitmortalität bei Patienten mit nichtalkoholischer Fettleber. Die Mechanismen, die der Progression von der vergleichsweise gutartigen Fettleber zu einer fortgeschrittenen nichtalkoholischen Steatohepatitis und Leberfibrose zugrunde liegen, sind unvollständig verstanden. „Das Verständnis des Mechanismus, durch den dieser Zustand lebensbedrohlich wird, ist der Schlüssel zu unserer Suche nach therapeutischen Lösungen und präventiven Maßnahmen“, sagte Stephan Herzig.

Identitätsverlust führt zu Dysfunktion

Mit vergleichender Genomik analysierten die Forscher Mechanismen, die die Entwicklung und spezialisierten Funktionen des am häufigsten vorkommenden Zelltyps in der Leber, der Hepatozyten, steuern. „Unsere Ergebnisse zeigten, dass Hepatozyten während des Fortschreitens zu einer nicht-alkoholischen Steatohepatitis einen teilweisen Identitätsverlust erleiden, sie werden neu programmiert“, erklärte Anne Loft, erste Co-Autorin des Artikels.

Das Geheimnis hinter der Bedrohung durch nichtalkoholische Lebererkrankungen aufdecken

Die Reprogrammierung der Hepatozyten wird streng durch ein Netzwerk von Proteinen gesteuert, die als molekulare Schalter fungieren, sogenannte „Transkriptionsfaktoren“. Ihre Aktivität führt zu einer Dysfunktion der Hepatozyten. Auch das Netzwerk von Transkriptionsfaktoren, das diesen Prozess steuert, spielt beim Fortschreiten der Fibrose eine Rolle. „Diese Ergebnisse sind wichtig, weil sie die zellulären Mechanismen entschlüsseln, die der nichtalkoholischen Steatohepatitis zugrunde liegen. Das Wissen um die Rolle der Proteinnetzwerke und den Identitätsverlust von Hepatozyten gibt uns potenzielle Interventionsziele für die Entwicklung wirksamer Therapien“, sagt Ana Alfaro, Co-Autorin des Artikels.

Basierend auf diesen Erkenntnissen wird es nun möglich sein, neue Ansätze zu entwickeln, um gezielt bestimmte Knoten im Proteinnetzwerk gezielt anzugreifen, um ein Fortschreiten der Krankheit zu verhindern oder sogar eine bestehende Fibrose rückgängig zu machen, was bisher noch nicht möglich ist.